Ein wunderschön gestalteter Wegweiser gibt uns Hinweise für die Richtung, in die wir gehen müssen.

Rundweg: Michelbacher „Gumbe“ – auf einem Teil des Historischen Grenzweges zur Wasenhütte – über Altdorf nach Moosbronn - auf dem Wallfahrtsweg nach Michelbach zurück

 

Wir nehmen auf der B 462 kommend die Abfahrt Gaggenau Mitte und folgen den Hinweisschildern nach Michelbach. Am Dorfplatz angekommen, biegen wir rechts ab in die Otto-Hirth-Straße und fahren diese Straße immer am Michelbach entlang bis wir am Dorfende den Michelbacher „Gumbe“, das ehemalige Schwimmbad des Dorfes, erreichen. Das Bad entsprach nicht mehr den vom Gesetzgeber festgelegten Anforderungen einer öffentlichen Badeeinrichtung. Im Jahr 1993 startete das Land Baden-Württemberg ein Pilotprojekt und aus dem Schwimmbad wurde eine attraktive Erholungsanlage mit Naturweiher und Grillplatz, gleichzeitig entstand ein Refugium für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Dort wo heute Sumpfdotterblumen und Schilf das Ufer säumen, ist  ein beliebter Treffpunkt für Vereine und Gruppen. Die Benutzung der Anlage muss durch die Ortsverwaltung genehmigt werden.

 

Ab hier ist der Historische Grenzweg ausgeschildert. Wir gehen weiter durch ein kleines Tal an Wiesen entlang bis wir das Hinweisschild „Kellmannswies“ erreichen, was soviel bedeutet wie Kelln = Fron/Pacht. Das Grundstück oder das darauf stehende Gebäude gehörte der Herrschaft. Fron ist die Bezeichnung für Dienste, die einem Verpflichteten zum Vorteil eines Berechtigten obliegen.

 

Wir folgen weiter dem Hinweisschild „Historischer Grenzweg“ und bewältigen die ersten noch erträglichen Steigungen. Das nächste Hinweisschild erzählt uns vom „Totenweg“. Bis zur Reformation gehörte Bernbach zur Pfarrei Michelbach. Dieser Weg war die kürzeste Verbindung von Bernbach zum Friedhof Michelbach. Es gibt eine Erzählung, wonach man im Winter eine Leiche verloren hätte, die erst im Frühjahr darauf wieder gefunden wurde.

 

Was jetzt folgt, erfordert schon etwas Kondition: Die Bernbacher Steige - eine wirkliche Herausforderung. Über sie erreichen wir die Wasenhütte auf 480 m NN. Hier stand bis zur Gründung des deutschen Zollvereins 1835 eine Zollstation  zwischen dem Großherzogtum Baden und dem Königreich Württemberg.

 

Ca. 150 m nach der Wasenhütte biegen wir rechts ab in Richtung Altdorf und laufen durch Wiesen und an Erdbeerfeldern vorbei. In Altdorf gehen wir ca. 500 m in Richtung Moosbronn auf der Herrenalber Straße. Dort würde eigentlich an der zweite Abbiegung nach links unser Pilgerweg beginnen, aber einen Blick in die Wallfahrtskirche sollte man schon werfen. Eine Legende besagt in der Nähe der Quelle der Moosalb an einer mächtigen Linde wäre ein auf Holz gemaltes Muttergottesbild angebracht gewesen. Ein Bauernknecht, dem die Bremskette am Fuhrwerk versagte, rief im Jahr 1680 in seiner Not die Gottesmutter mit „Maria hilf“ an und das Fuhrwerk blieb wie durch ein Wunder stehen. Aus Dankbarkeit wurde an dieser Stelle 1683 eine hölzerne Kapelle errichtet, die bald zum Wallfahrtsort wurde. 1749 wurde die heutige barocke Wallfahrtskirche „Maria Hilf“ eingeweiht. Ein Tipp für Brautpaare: In dieser romantischen Kapelle werden auch Trauungen durchgeführt.

 

Wir laufen ca. 150 m zurück und biegen rechts auf den Wallfahrtsweg ein. Dieser führt zunächst an Pferdekoppeln, auf denen die Islandpferde des Mönchhofes grasen, vorbei. In der Wiese sehen wir drei alte Grenzsteine. Auf der Vorderseite befindet sich das königlich württembergische, auf der Rückseite das großherzoglich badische Wappen.

 

Wir erreichen den Wald und über einen ansteigenden Hohlweg kommen wir zum Mönchkopfsattel mit dem ersten Bildstock aus dem Jahr 1826. In einer kleinen Nische liegt das Jesuskind in der Krippe, rechts und links daneben stehen Maria und Josef. Die Bildstöcke dienten den Wallfahrern als Haltepunkte für Gebete.

Die nächsten 3,6 Kilometer sind dann wirklich recht beschwerlich und vermutlich hat so mancher Wallfahrer auf diesem Weg schon reumütig über seine Sünden nachgedacht. Es geht über vom Regen ausgewaschene Erdrinnen und Gesteinsbrocken ziemlich steil nach unten.

 

Ca. 600 Meter weiter steht ein Bildstock aus dem Jahre 1751. Er zeigt in einer Aushöhlung die Mutter Gottes. Auf der Säule sind die Buchstaben A + B und M + H angebracht. Eine Bank bietet hier Gelegenheit zum Verschnaufen. Ein Stück des Weges weiter steht der dritte Bildstock aus dem Jahre 1854 auf dessen Säule leuchtet erhoben ein rotes Herz. An einem Baum finden wir die Hinweistafel, dass die Epoche der Wallfahrten im Jahr 1683 begonnen hatte und diese Wallfahrten in dieser Gegend sehr gefährlich waren, da es in den Wäldern Luchse, Bären und Wölfe gab.

 

Ein Stück nach diesem Bildstock erreichen wir einen gut begehbaren Waldweg, den sogen. Michelbacher Rundweg. Wir verlassen den Wald und sehen bald schon die ersten Häuser von Michelbach.

Nun heißt es aufpassen, um auf die Hauptstraße zu kommen. Ein schmaler Pfad geht links ab und am Ende erreichen wir über Treppen wieder die Otto-Hirth-Straße. Hier wenden wir uns auch nach links und laufen Richtung Dorfende zu unserem Ausgangspunkt dem Michelbacher „Gumpe“.

 

Wanderung:

Von Michelbach nach Moosbronn und zurück. Ca. 10,5 km, Gehzeit 3 Stunden. Enorme Steigungen, daher Kondition erforderlich. Mit Kinderwagen oder Kleinkindern nicht empfehlenswert. Absolut erforderlich ist festes Schuhwerk (noch besser Wanderstiefel). Wer Wanderstöcke besitzt, sollte diese unbedingt einsetzen. Da der Wallfahrtsweg steil nach unten und zum Teil über Waldboden und Steine führt, sollte es vor der Wanderung nicht geregnet haben, da sonst Rutschgefahr besteht.


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