Geschafft! Von hier oben bietet sich eine beeindruckende Aussicht in die Umgebung.

 

Wandergebiet Baden-Baden:  Unterwegs im Battert-Gebiet

 

Ausgangspunkt unserer Wanderung ist der Parkplatz bei der Bushaltestelle Wolfsschlucht unterhalb von Ebersteinburg. Hier befindet sich auch eine Infotafel mit Informationen über das Wandergebiet am Battert. Maßgeblich für unsere Route ist der blaue Punkt.

 

Wir beginnen unsere Wanderung mit einer Sage. Gegenüber dem Parkplatz liegt die Teufelskanzel. Hier auf unserem Weg links vom Parkplatz kommen wir auf einem schmalen Fußpfad bergauf zur Engelskanzel. Die Sage erzählt, dass hier ein Engel die christliche Botschaft verkündet hat. Auf der anderen Seite der Passhöhe bei der Teufelskanzel soll der listige Teufel die Menschen mit Versprechungen in seinen Bann gezogen haben. Doch die Menschen haben den Verkündungen des Engels mehr geglaubt. Darauf soll der Teufel seinen Pferdefuß in den Fels gestampft haben. Diesen Abdruck kann man heute noch sehen. Wer möchte, kann sich vor Beginn der Wanderung davon überzeugen.

 

Auf dem schmalen Pfad zur Engelskanzel gehen wir durch einen Eichenwald. Hier ist es im Sommer schön kühl und immer wieder tauchen bereits kleinere Felsengruppen auf. Nach der Engelskanzel kommt eine Weggabelung. Wir biegen links ab und laufen in Richtung Furtwängler Gedenktafel. Zunächst gehen wir durch eine Senke und dann führt der Weg wieder bergan. Nach ca. 200 m erreichen wir den Furtwängler Weg. Furtwängler war Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Er war in Baden-Baden an einer hochfiebrigen Bronchitis erkrankt und wurde in das Ebersteinburger Sanatorium zur Behandlung gebracht. Dort ist er am 30.11.1954 verstorben. Warum man einen Weg nach ihm benannt hat? Auf seiner Gedenktafel steht folgender Text: Er war ein Freund dieser Landschaft, er liebte die Einsamkeit ihrer Wege und den Frieden ihrer Wälder.

 

Jetzt folgen wir dem Weg mit dem Hinweis Altes Schloss. Wir überqueren den Badener Weg und biegen die nächste Möglichkeit rechts ab in Richtung untere Batterthütte. Wir gehen am unteren Felsenweg am Südhang des Battert entlang. Die Landschaft wird immer zerklüfteter und die Felswände immer höher. Das Felsengelände des Battert besteht aus Gesteinen des Oberen Rotliegenden, das im Tertiär verkieselte. Durch Erosion wurden eindrucksvolle und bizarre Felsen heraus modelliert. Am Fuß der Felsen liegen ausgedehnte Blockhalden. Von manchen Felsen sehen die Kletterer erst die Landschaft wenn sie den Gipfel erreicht haben. Bäume versperren den Blick. Nicht so an der Falkenwand. Hoch oben sieht man Kletterer, die fast nur noch als bunte Punkte erkennbar sind. Fast 60 Meter hoch ist diese Wand. Es gibt 60 verschiedene Routen sie zu besteigen. Alle diese Felsen und Felsenabschnitte haben Namen. Es gibt den Schusterkamin, die Pfingstkante, den kleinen Prinzen und u.a. auch den Frühstücksblock auf dem Kletterer gerne eine Pause machen, weil die Aussicht so traumhaft ist.

 

Für Wanderer nicht vorstellbar. Wir bleiben auf dem Boden und erreichen nach 20 Minuten das Alte Schloss. Das Alte Schloss oder Burg Hohenbaden war der Stammsitz der Markgrafen von Baden und ist heute eine gewaltige Ruine. In drei Etappen ist hier eine repräsentative Burganlage mit hohem Anspruch entstanden. Der Baubeginn der Oberburg, des sog. Hermannsbaus, durch Markgraf Hermann wird um das Jahr 1100 angenommen. Die romanische Oberburg wurde durch Markgraf Bernhard um eine gotische Unterburg erweitert. Im 15. Jahrhundert wurde dieser Bau durch Markgraf Jakob im gotischen Stil vergrößert und ausgebaut. Ende des 16. Jahrhunderts ist die Burganlage durch einen Brand zerstört worden. Die Burgenromantik hat die Ruine vor dem Zerfall gerettet. Ein Rundgang durch die Burg mit der Besteigung des höchsten Turmes ist sehr empfehlenswert. Hier kann man eine Rast einlegen und den sagenhaften Blick über Baden-Baden hinweg auf die Rheinebene bis zu den Vogesen genießen.

Durch den oberen Torbogen verlassen wir das Alte Schloss und sind wieder auf unserem Rundweg.

 

Wir folgen dem Anstieg in Richtung Auf die Felsen. Steil nach oben geht es auf die Ritterplatte mit Pavillon. Von hier liegt uns ganz Baden-Baden zu Füßen. Wir nehmen den leicht ansteigenden Weg Auf die Felsen und erreichen die Felsentreppe. Ein Stück weiter kommen wir zur oberen Batterthütte und befinden uns 588 m ü. NN. Nun gehen wir weiter in Richtung untere Batterthütte Wir sind jetzt oberhalb der Falkenwand mit der Bergwachthütte und dem Aussichtsplateau über der Felsenwand. Ein traumhafter Blick über Baden-Baden hinweg auf den Merkur und die Schwarzwaldberge war diese Mühen wert. Es geht talwärts zur unteren Batterthütte und dort erreichen wir dann auch den Battertparkplatz. Sollten an der Wolfschlucht die Parkplätze besetzt sein, kann die Tour auch von hier begonnen werden. Wir kommen in die Herrenäckerstraße und gehen diese ganz durch bis wir auf die Ebersteinburger Straße stoßen. Hier biegen wir rechts ab. Nun geht es immer abwärts zur Wolfschlucht und zum Parkplatz unserem Ausgangspunkt.

 

Wer noch nicht genug hat, verlängert die Wanderung und folgt in Ebersteinburg dem Hinweis zur Burgruine Alt Eberstein. Auch hier kann im Burgrestaurant eine Rast eingelegt werden. Vom Turm aus hat man einen tollen Ausblick in das Murgtal. Über den Panoramaweg gelangt man zu den verbrannten Felsen und von dort zurück zur Wolfschlucht.

 

Wanderung: Rund um die Battertfelsen ca. 9 km, mittelschwere und anspruchsvolle Tour. Wanderschuhe erforderlich. Bei Schneefall und längerem Regen nicht zu empfehlen.

 

Einkehrmöglichkeiten: Direkt an der Wolfschlucht gibt es ein gutes Restaurant. Hier kann man im Sommer auch draußen sitzen.


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