Forbach: Am Mummelsee

Umringt von Wäldern liegt unser Wanderziel: Der Mummelsee.

Hohe Gipfel und Moore

 

Vom Mummelsee über Unterstmatt, Sand und Schwanenwasen nach Geroldsau

 

Wir lassen uns heute mit der KVV – Bus 245 – ganz bequem zum Mummelsee bringen. Wir haben den Bus um 9.15 Uhr ab Baden-Baden Bahnhof genommen und diese Fahrt einfach nur genossen. Es ist schön, sich mal nicht auf die Straße konzentrieren zu müssen, sondern die Ausblicke genießen zu können.

 

Um 10.18 Uhr kommen wir am Mummelsee an. Etliche Parkplätze sind bereits besetzt, denn der Mummelsee gilt als beliebtes Ausflugsziel. Um diesen, früher ohne zuführende Straße, einsam gelegenen See, ranken sich einige Sagen. Sieben Karseen gibt es im Schwarzwald, aber der Mummelsee ist mit seinen 800 Metern Umfang der größte und der höchstgelegene.

 

Auch das am 27.3.2010 neu eröffnete Berghotel hat seine Geschichte. 1872 stand hier noch eine einfache, aus Holz gebaute Schutzhütte. Den Gästen wurden verschiedene Getränke und kalte Speisen serviert. 1893 stand hier bereits ein kleines Berghotel mit 14 Zimmern. 1945 beschlagnahmte die französische Besatzung das gesamte Gebiet, brachte einen Stacheldrahtzaun an und erklärte die Gegend zur Sperrzone. Am 5. Mai 2008 brannte es im Hotel und man brach das alte Gebäude ab. Am 27.3.2010 hatte der Mummelsee sein Berghotel wieder und es ist schöner als je zuvor.

Wir trinken noch schnell einen Kaffee an einem der vor dem Shop aufgestellten Stehtischchen und decken uns noch mit Brezeln für unterwegs ein. Nun soll es endlich losgehen.

 

Ein kleines Stück gehen wir am rechten Seeufer entlang und biegen dann rechts auf den Kunstpfad führt ab. Ein paar Meter gehen wir auf dem Westweg, um dann der gelben Raute in Richtung „Dreifürstenstein“ zu folgen. Durch den Hochwald geht es steil hinauf zum Dreifürstenstein. Es ist eine historische Steinplatte mit eingravierten Wappen und Grenzlinien. Die Wappen zeigen, wir stehen hier an einem Dreiländereck.

 

Wir folgen dem Hinweisschild mit der gelben Raute und stoßen auf den Grinde-Lehrpfad. Ein Bohlenweg führt uns durch ein beeindruckendes Hochmoor zur nächsten Kreuzung. Wir kommen am Biberkessel. Wir befinden uns im Naturschutzgebiet Hornisgrinde – Biberkessel. 1992 wurde diese Gegend als geologisch sowie erd- und landschaftsgeschichtlich bedeutsam eingestuft und schützt so die Zeugnisse der letzten eiszeitlichen Vergletscherung.

 

Jetzt halten wir uns an die rote Raute (Ochsenstall, Unterstmatt) und erreichen nach einigen Metern die 1 264 hohe Hornisgrinde mit dem Aussichtsturm. Es geht weiter auf dem Höhenweg, vorbei am Sendeturm zum Wanderheim Ochsenstall und dann nach Unterstmatt.

 

Hier könnte man die Tour abbrechen und mit dem Bus 245 zurück nach Baden-Baden fahren. Doch das haben wir nicht vor. Wir wollen noch weiter. Wir halten uns an die rote Raute (Hundseck) und steigen auf einem mit Steinplatten befestigten Fußweg durch die Moorlandschaft hinauf zum 1 036 m hohen Hochkopf. Wir folgen der Westwegmarkierung und erreichen auf einem gut ausgebauten Wanderweg den Sand. Nachdem wir im Inneren der kleinen Kapelle „Zum guten Hirten“ waren, folgen wir wieder der roten Raute und biegen nach links in Richtung Schwanenwasen. Es geht hinunter zur Straße, die wir bei der Bushaltestelle überqueren und halten uns an die blaue Raute, die uns Richtung Schwanenwasen führt. Wir kommen am Schlosshotel Bühlerhöhe vorbei, von dem wir leider vom Weg aus nicht viel sehen. Auf dem Philophenweg, einem Naturpfad gehen wir weiter und gelangen auf einem Höhenweg zum Schägenfelsen und Scheckenstein. Nun führt ein breiter Weg zum Waldgasthaus Schwanenwasen.

 

Es ist uns nach einer kleinen Pause und Hunger haben wir auch. Also machen wir hier Rast und genießen das Schwarzwälder Vesper. Nun fühlen wir uns fit für den Endspurt unserer ausgedehnten Wanderungen.

 

Beim Schwanenwasen überqueren wir die Straße und folgen wieder der gelben Raute und den Schildern „Geroldsauer Wasserfall“. Zunächst geht es im Grobbachtal über einen breiten Schotterweg am Grobbachhof vorbei bis zur Neuen Brücke. Vor der Brücke biegen wir links ab und wandern auf einem bequemen Fußweg am Bach entlang zum Bütthof. Nach etwa 100 m führt uns der Weg auf die andere Talseite am Geroldsauer Wasserfall vorbei und zur Wasserfallhütte. Es geht immer geradeaus am rauschenden Wildbach entlang. Ein paar Meter weiter hört das Rauschen auf und wir erleben einen friedlichen kleinen Bach, der in Richtung Geroldsau fließt. An der Malschbacher Straße endet unsere Wanderung entlang der Schwarzwaldhochstraße und wir sind uns alle einig: Es war anstrengend, aber es war ein Erlebnis!

 

Der Bus der Linie 204 bringt uns zum Augustaplatz, dort steigen wir um und erreichen in wenigen Minuten den Bahnhof Baden-Baden.

 

Wanderung in Kürze:

Gesamte Route insgesamt 21 Kilometer, für die man ungefähr 6 Stunden benötigt. Es kann auch abgekürzt werden. Kurze steile Anstiege, ansonsten weniger anstrengendere Strecken. Gutes Schuhwerk unbedingt erforderlich. Die Strecke ist für Genusswanderer ein absolutes Highlight. Da wäre der Mummelsee mit seinem Kunstpfad, der Grinde- und Naturlehrpfad, die Moorlandschaft Hornisgrinde, die Kapelle „Zum guten Hirten“ und zuletzt der Geroldsauer Wasserfall.


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