Zwischen Wald und Reben

Das Miniatur-Schwarzwalddorf in Varnhalt.

Wir stehen in Bühlertal im Untertal bei der Kirche. Es ist noch früh am Morgen. Oben in den Reben sind schon die ersten Sonnenstrahlen zu sehen. Hier unten im Tal dagegen hat sie so manche Ecke noch nicht erreicht. Aber es wird ein schöner Tag, deshalb werden wir heute auch eine größere Tour machen.

Von der Kirche aus nehmen wir die Sessgasse, kommen am alten Schulhaus vorbei zum Wegweiser „Alter Gottesacker“. Hier überqueren wir die Hauptstraße und nun führt der Weg steil hoch in die Reben. Wir wenden uns nach links und befinden uns am Ortsrand. Hier biegen wir links in die Reben ein und wandern aufwärts bis zur Gedenkstätte „La Salette“ (220 m ü. NN). Die Idee zu dieser Gedenkstätte entstand anlässlich einer Wallfahrt des Pfarrgemeinderates nach La Salette/Frankreich. Die am Ende der 1970er Jahre glücklich verlaufene Flurbereinigung wurde zum Anlass genommen, hier ein sakrales Denkmal zu setzen, um die Dankbarkeit darüber auszudrücken. Gleichzeitig wird auch an die Marienerscheinung im Jahre 1846 in La Salette bei Grenoble erinnert.

Bei der folgenden Weggabelung nehmen wir den linken nach unten führenden Weg. Er bietet einen schönen Ausblick auf Altschweier und auf einer Info-Tafel bekommen wir Informationen zur Rebflurbereinigung im Sternenberg 1977/78. Wir erreichen das Rebgewann „Geizen“ und stoßen auf den Wegweiser Altschweier/Am Ruschberg (188 m ü. NN.). Von hier aus haben wir einen wunderbaren Blick über die Reben hinweg in die Ebene. Nun geht es aufwärts in das „Götzenstück“ (210 m ü. NN.). Etwas weiter steht auf der rechten Seite ein Denkmal für die 1908 gegründete Winzergenossenschaft von Affental. Wer kennt sie nicht, die Flasche mit dem Affen?

Und es geht weiter aufwärts bis „Oberm Betschgraben“. Nach einem kurzen Waldstück erreichen wir den „Heißen Stein“ und sind nun auf 242 m ü. NN. angekommen. Links befindet sich eine Grillhütte mit Rastplatz. Wir halten uns auch links und bleiben weiterhin in den Reben. Wir wandern weiter mit Blick auf den Fremersberg, auf Varnhalt und die sich darüber erhebende Yburg. An der „Fatimakapelle“ angekommen, machen wir kurz Rast und genießen einfach die Landschaft. Nun sind wir dankbar, dass wir heute die Wanderschuhe gewählt haben. Auf schmalem Pfad mit Geländer geht es in Serpentinen hoch, teilweise durch Wald. Wieder in den Reben angekommen, laufen wir geradeaus auf Neuweier und seine berühmte Reblage „Mauerberg“ zu. Wieder geht es aufwärts und kurz darauf abwärts nach Neuweier zu den ersten Häusern. Der „Burgunderhof“ liegt am Weg und wir biegen links in die Heiligensteinstraße ab und kurz danach in die Losenbergstraße.  

Wir kommen an der Schule von Neuweier vorbei und sind kurz darauf bei der Kirche. Bis hierhin sind wir gerade mal 5,3 Kilometer unterwegs gewesen. Nun geht es weiter nach Varnhalt. In der Mauerbergstraße gehen wir aufwärts und biegen nach links in die St. Michaelsstraße ab, um kurz darauf in die Bocksbeutelstraße abzubiegen. Nun geht es wieder im Zickzack in die Reben. Hier treffen sich Weinpfad und Weinlehrpfad. An der Tafel „Bocksbeutel“ haben wir die Yburg direkt vor uns. Der Weinpfad geht aber links daran vorbei. Unten sehen wir Schloss Neuweier und die Reben, die zum Schlossgut gehören. Eine Tafel gedenkt dem Münsterbaumeister Erwin von Steinbach. Da wir nach Varnhalt wollen, nehmen wir an der nächsten Kreuzung den oberen Weg. Auf der Straße Kastanienhalde geht es vorbei an schmucken Häusern abwärts auf die Klosterbergstraße. Am Ende dieser Straße führt der Ortenauer Weinpfad links ab in die Reben. Zuerst bewundern wir aber noch das Mini-Schwarzwalddorf. Hier waren Künstler am Werk. An einer Felswand am Rande des ehemaligen Steinbruchs wurde ein kleines Schwarzwalddorf aufgebaut. Mitten durch dieses Dorf führt eine malerische Eisenbahnstrecke. Eine Seilbahn ist zu sehen, Mühlräder und ein durch Wasserkraft angetriebenes Sägewerk beschreiben das Leben im Schwarzwalddorf.

Wir kommen an einer Hinweistafel zum „Hofgut Nägelsförst“ vorbei. Es waren Zisterzienserinnen der Abtei Lichtental, die hier im Jahr 1268 erstmals Pinot Noir Reben pflanzten und damit den Grundstein für den Weinbau in der Region gesetzt hatten. Klug wie die Damen waren, hatten sie erkannt, dass Lage und Klima hervorragend zur Herstellung hochwertiger Weine passten. Am Ende des Wegen mit seinen zahlreichen Infotafeln geht es links abwärts zum Rastplatz mit der Hütte am „Nellele“ im Stadtwald von Baden-Baden. Es wird Zeit, eine kleine Pause einzulegen, also verweilen wir hier und packen unser Vesper aus. Äpfel wandern durch die Runde, wir strecken die Beine von uns und genießen diese himmlische Ruhe.

Es geht weiter. Wir folgen der Fahrstraße nach rechts und biegen später links ins Grünbachtal ab. Der Grünbachweg bringt uns bergauf zur Landstraße, die von Baden-Baden nach Varnhalt führt. Auf der linken Seite steht die „Entenstallhütte“. Wir halten uns aber rechts und laufen parallel zur Landstraße auf einem geteerten Weg. Der Weinpfad führt uns ein Stück die Wiese hinunter und dann wieder zurück an die Landstraße.

Dass wir unserem Ziel näher kommen, erkennen wir an der Einfahrt zum Golfclub Baden-Baden. Wir folgen der Straße abwärts bis zur Klinik Korbmattenhof. Am Rondell des Wanderportals „Tiergarten“ gehen wir auf dem Panoramaweg links den Wald hinunter. Nun geht es an den Golfplätzen vorbei. Was für ein sattes Grün! Zur Linken liegt der Obere Waldsee. Etwa 200 Meter weiter folgen wir dem Wegweiser Michelbachweg. Hier liegt auch der Untere Waldsee. Und weiter geht es durch einen Buchenwald bis wir nach etwa 600 Metern zur Stourdza-Kapelle kommen. Der Münchner Architekt Leo von Klenze hat diese rumänisch-orthodoxe Grabkapelle der Fürstenfamilie Stourdza in den Jahren 1864 bis 1866 erbaut. Von hier hat man einen wunderschönen Blick auf Baden-Baden und im Hintergrund erhebt sich der Merkur.

Auf Stufen gelangen wir hinunter zum Kurpark und zur Trinkhalle. Wir haben Zeit, also lustwandeln wir noch etwas in der Trinkhalle, betrachten die Wandbilder und erzählen uns gegenseitig die Mythen und Sagen, die dahinter stehen. Erstaunlich an was man sich nach lange zurückliegenden Schulzeiten noch alles erinnert. Heinrich Hübsch, ein Schüler Friedrich Weinbrenners, hat diese Trinkhalle, die von 16 korinthischen Säulen gestützt wird, in den Jahren 1839 bis 1842 erbaut.

Später nehmen wir den Bus der Linie 201, der uns vom Augustaplatz zum Ooser Bahnhof bringt. Etwas erschöpft, aber glücklich und zufrieden treten wir von hier die Heimreise an.

Wanderung in Kürze:

Unser Hinweisschild ist eine rote Raute mit blauen Trauben. Es gilt ca. 23 Kilometer zu bewältigen, für die man einen halben Tag einplanen sollte. Auf der ganzen Strecke gibt es wunderbare Aussichten in die nahe Umgebung sowie in die Ferne. Einfach stehen bleiben und genießen. Etwas Kondition ist erforderlich und gutes Schuhwerk sowieso. Im Rucksack sollten sich Getränke und ein Vesper befinden.

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