Bermersbach: Mit Amanda dem Feuersalamander auf dem Glücksweg

Von Rastatt kommend erleben wir alle Facetten des Murgtales. Dörfer auf der Ebene mit viel Platz an der Murg und den sanften Hängen des Vorgebirges. Dann wird das Tal enger und die Häuser sind schon teilweise an den Hang gebaut. Mit etwas Fantasie kann man sich vorstellen, dass es hier mal ganz anders ausgesehen hat. Wir müssen uns für einen Moment alles wegdenken. Die gute ausgebaute Straße, die Häuser und Fabriken und natürlich auch die Autos. Hier war früher Urwald und natürlich gab es auch wilde Tiere wie Bären und Wölfe. Erst als der Platz in der Ebene für die Menschen zu eng wurde, begann man damit sich das Murgtal Stück für Stück als Lebensraum zu erobern. Zuerst gab es nur einen schmalen Pfad, ein sogenanntes „Gängerle“, links und dann wieder rechts der Murg entlang in das enge Tal führend. Die erste Fahrstraße nach Forbach wurde im Jahr 1786 angelegt. Es war eine Straße für Ochsenkarren und Pferdegespanne die auf dem abenteuerlichen Weg unterwegs waren.

 

Auch die alte, recht schmale Straße an den Felsen entlang ist längst Geschichte. Auf einer gut ausgebauten Straße erreichen wir das hintere Murgtal. Auf dem letzten Stück bei Langenbrand und Gausbach fahren wir über die 1977 gebaute Brücke. Sie führt über eine Bergnase hinweg und überquert zweimal die Murgschlucht. Rechts oben auf einem Bergsattel leuchten die grünen Ziegel der Bermersbacher Kirche herab in das Tal. Man nennt Bermersbach auch liebevoll „Das Dorf am Himmel“ oder „Die Sonnenterrasse des Murgtals“.

 

Ab dem Krankenhaus Forbach geht es dann in zahlreichen Straßenkehren immer weiter nach oben in Richtung Bermersbach. Unsere Wanderung beginnt in der Luisenstraße. Den Parkplatz im Rücken biegen wir zunächst links ab und dann kurz darauf nochmals links in die Haulerstraße. Nun folgt ein kurzer, aber steiler Anstieg. Ist der geschafft, kommen wir zu einer Weggabelung und treffen gleich wieder links auf den Glücksweg. Hier werden wir bereits von Amanda dem schwarz-gelb gefleckten Feuersalamander begrüßt. Sie und das kleine Kleeblatt sind unsere Wanderführer und begleiten uns auf dem Glücksweg. Wir wandern auf dem Forstweg weiter und lernen so nach und nach Amandas Freunde kennen. Dazu gehören auch die immer gut gelaunten Frösche und Enten am Bach. Wir sehen sie nur, wenn wir den kleinen Abzweig nach unten zum Bach nehmen. Sie quaken und schnattern fröhlich vor sich hin und fühlen sich am plätschernden Scheerbach sehr wohl.

 

Wir gehen vom Bach zurück auf unseren Wanderweg. Es heißt gut aufpassen, denn auf jedem Stein oder Abhang zum Weg könnten weitere Freunde von Amanda sitzen. Wir lernen die Biene Maja kennen, die gerade Honig sammelt für ihren kranken Freund. Eusebia die Eule schimpft und schickt uns weg. Sie fühlt sich, da sie ein Nachtvogel ist, von uns gestört. Also gehen wir schnell weiter. Ein Stück weiter treffen wir auf kleine Mäuse. Sie haben bei Tag keine Angst vor Eusebia. In der Nacht dagegen müssen sie sich gut vor ihr verstecken. Jetzt am Tag ist Eusebia träge und sieht auch nicht so gut. Ein Stück weiter sitzen bunte Falter auf Steinen in der Sonne. Auch sie sind Freude von Amanda. Eine diebische Elster hat Angst um ihren erbeuteten Schatz und hält ihn in ihren Krallen fest. Wir kommen zu den fleißigen Wichteln und kurz darauf zu einer Schutzhütte. Nun kennt ihr ein paar von Amandas Freunden. Die anderen müsst ihr schon selbst suchen.

 

An der Hütte nehmen wir links den Pfad und wandern in Richtung Wildgehege. Zuerst ist es ein Trampelpfad der über die Wiesen führt und später zu einem gemütlichen Waldweg wird. Im Wald angekommen erblicken wir links einen Drahtzaun und hier beginnt das Wildgehege. Zuerst ist nichts zu sehen, aber dann mit Blick durch die Bäume auf einen von der Sonne beschienen Hang sehen wir plötzlich eine ganze Gruppe von Rehen. Sie liegen außerhalb des Waldes auf der Wiese und genießen einfach die Sonne auf dem Fell.

 

Wir gehen weiter auf dem Waldweg. Nun geht es leicht bergab und wir kommen zur Mühle im Ebettal. Sie ist ein historischer Nachbau und zu unserer Freude dreht sich dort munter ein Mühlrad. Das Wasser vom Ebetbächle treibt das 3,60 m große Rad an. Daneben steht ein Backhäuschen. Die Umgebung ist so schön, dass man einfach eine Rast einlegen sollte. Wenn wir jetzt zum Vesper noch frisch gebackenes Brot aus dem Backhäuschen hätten wäre das perfekt.

 

Gestärkt und erholt folgen wir dann dem Mühlweg ins Dorf und kommen zurück zu unserem Parkplatz.

 

Wanderung:

Anfahrt über Gaggenau und Gernsbach nach Bermersbach durch das idyllische Murgtal. Amanda stellt den Kindern an 20 Stationen ihre Freunde vor. Der Wanderweg ist ca. 4 km lang und führt durch ein Heuhüttental. Am Ende des Tales steht eine Hütte. An der rechten Außenwand in einem Behältnis liegt ein Gästebuch. Dort darf man gerne seine Meinung über den Themenweg eintragen. Der Scheerbach begleitet mit seinem Plätschern den gesamten Weg. Gutes Schuhwerk erforderlich.

 

Für Kinderwagen geeignet bis auf den Trampelpfad nach der Hütte. Hier dürfte es kurzfristig etwas holprig werden bis man wieder auf den gut ausgebauten Waldweg trifft. Ein Themenweg, der Kindern Spiel, Spaß und Freude bereitet.


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