Michelbach das Fachwerkdorf

Schon bei der Anfahrt auf der L614 nach Michelbach grüßt von weitem der Kirchturm von St. Michael. Der Turm aus dem Spätmittelalter mit seinen Schießscharten weist auf die ursprünglich wehrhafte Funktion hin. Die Kirche wurde mehrmals umgebaut, wobei der markgräfliche Hofbaumeister Franz Ignaz Krohmer (1714 – 1789) auch seine Spuren hinterlassen hat.

 

Michelbach gehört zu den Ausbausiedlungen des hohen Mittelalters und wurde im Jahr 1102 erstmals als Michilenbach urkundlich erwähnt. Der Ort war im Jahr 1041 in königlichem Besitz und gelangte dann an das Domstift Speyer. Auf dem Schlossköpfel, eine hügelartige Erhebung über Michelbach, soll der Adlige Werinhardus im 11. Jahrhundert eine Burg erbaut haben. Kaiser Heinrich III. verlangte den Abbruch dieser Burganlage, der dann auch erfolgt ist. Nach dem Tod Heinrich III. bauten die Söhne Werinhardus, Eberhardus und Cuno die Burg wieder auf. Bei Sondierungsgrabungen 1992 stieß man auf Mauerwerk, das wohl aus dieser Zeit stammt. Die Michelbacher sind also Schlossbesitzer, obwohl man nichts davon sieht.

 

Was man dagegen sofort wahrnimmt, ist das Ortsbild, das vornehmlich durch die zwischen 1750 und 1850 entstandenen Bauernhäuser geprägt wird. Diese Idylle am Michelbach  muss jeden Besucher begeistern. ein Glück, dass man diesen Bach nicht unterdohlt und darüber eine breite Straße angelegt hat. Die Autofahrer hätten es zwar heute leichter, aber es hätte das stimmige Bild des Ortes am Fuße des Bernsteins gelegen einfach zerstört.

 

Läuft man die Otto-Hirt-Straße weiter bis zum Ende, kommt man zur Freizeitanlage "Gumbe", dem ehemaligen Freibad von Michelbach. In dem kleinen Park haben sich Schilf und die gelbe Sumpfdotterblume angesiedelt. Der Gum-

be ist für die Öffentlichkeit von Mai - September täglich von 10.00 - 19.00 Uhr geöffnet. Zuständig ist die Ortsverwaltung Michelbach. Die Benutzung der Grillstelle und des Parks für Feste ist anmeldepflichtig.

 

Eine Attraktivität im Ort ist das "Hirtenhaus" aus dem Jahr 1721. Der Heimatverein hat es in unzählichen Arbeitsstunden restauriert, nachdem es jahrelang seinem Schicksal überlassen war. Mittlerweile ist es im Dorf ein Vorzeigeobjekt und der Heimatverein kann mit Recht stolz darauf sein.

 

Auch für Gäste wird viel getan. Man ist stolz auf den neu angelegten Rundweg. Startpunkt ist am Lindenplatz gleich neben der barocken Pfarrkiche St. Michael.

Der Wald, die Steinbrüche, der Weinbau und die Kleinlandwirtschaft prägten über lange Zeit das Leben in Michelbach. Auf einem 15 km langen "Themen-Rundweg" wird seit 2006 die Entwicklungsgeschichte des Schwarzwalddorfes lebendig dargestellt. Weitere Wandermöglichkeiten sind der Dorflehrpfad, der Grenzweg und der Wallfahrtsweg.

 

Alle Wanderwege zeigen dem Wanderer, dass Michelbach geschichtlich sehr interessant ist und zudem einfach ein wunderbares Fachwerkdorf.

Aktuelles

Neuerscheinug

"Tribunal Général"

Das Buch zu den Rastatter Prozessen von 1946 bis 1950

Autorin:  Eva-Maria Eberle

Verlag:  Klöpfer, Ottersweier


E-Mail