Österreichische Küche - viel mehr als Tafelspitz und Sachertorte

Die österreichische Küche, wie wir sie heute kennen, zieht ihre Substanz aus der ehemaligen k.u.k. Monarchie. Aus jeder Nation und jedem Volk flossen Rezepte ein und gelangten so vom kaiserlichen Hof über die Fürstenschlösser bis in die bürgerlichen Haushalte. Vor allem Böhmen und Ungarn haben hier ihre Spuren hinterlassen. Die unterschiedlichen Ansätze verschmolzen mit der regionalen Tradition und wurden so im Laufe der Jahre zu typisch österreichischen Ge-

richten.

 

Die Linzer Torte ist auch bei uns im Badischen bekannt. Sie wird bereits einige Zeit vor Weihnachten gebacken, weil sie Zeit braucht, um mürbe zu werden.

Trocken gelagert ist sie dann zur rechten Zeit so wie sie sein soll. Ihren Namen hat sie von der oberösterreichischen Landeshauptstadt und das Rezept gilt als erstes schriftliches Tortenrezept der Welt. Der Franke, Johann Konrad Vogel, hatte 1822 bei der Linzer Zuckerbäckerwitwe Katherina Kreß gearbeitet und hier begann die Erfolgsstory der Linzer Torte. Mittlerweile hat sie genauso einen guten Ruf wie die Sachertorte, die erstmals vom Koch-Lehrling Franz Sacher gebacken wurde.

 

Ein Fragezeichen wird wohl immer hinter dem Kaiserschmarren stehen. Ist er nun im Ursprung tatsächlich ein zufällig missglücktes zerrissenes Omelett gewesen, oder ein von Sennern aufgetischter herzhafter Imbiss? Es gibt darauf keine Antwort.

 

Der saftige Esterházy-Rostbraten ist nach dem berühmten Magnatengeschlecht der Esterházys benannt, die wohl durchweg neben ihren Geldgeschäften auch aus Feinschmeckern bestanden. Das Fiakergulasch hat seinen Namen von den stets hungrigen Kutschern der Wiener Pferdegespanne. Der Paprika, der dazu verwendet wurde, kam aus Ungarn.


Das Kernstück der österreichischen Hauptspeisen besteht aus fünf Zuberei-tungsarten: Gebacken, gekocht, geschmort, gebraten und mit Paprika zubereitet. Auch die Grießnockerlsuppe ist aus der österreichischen Küche ebenso nicht wegzudenken wie aus der badischen Küche. Österreichische Soldaten haben wohl dieses Rezept in unsere Gegend gebracht. Wir nennen sie Griesklößle-suppe.

 

Doch für Österreich gilt auch: Küche und Wein. Er gehört dazu, zu einem Fleischgericht mit "Schwammerln", wie man in Österreich die Pilze nennt. Ein Universalist ist hier der Grüne Veltliner. Er ist - auch international anerkannt - der genialste Speisenbegleiter und passt zu einer Vielzahl von heimischen und internationalen Rezepte.

 

Wie sagt man in Österreich? An Guadn!

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